Ist Donald Trump der Königsmacher im U.S.-Kongresswahlkampf?

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Dr. Louis Perron
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Wie gross ist der Trump-Faktor im U.S.-Kongresswahlkampf? Grundsätzlich hat Donald Trump die Republikanische Partei weitgehend im Griff. Sie ist heute eigentlich die Donald-Trump-Partei. Entsprechend wichtig sind ihm seine Wahlempfehlungen. Er nutzt sie, um Loyalität zu belohnen, Verbündete zu fördern und gegen tatsächliche oder potenzielle Kritiker vorzugehen. Gleichzeitig geht er taktisch vor: Manchmal wartet er mit einer Empfehlung, bis sich abzeichnet, wer gewinnen dürfte.

Wie viel ein Trump-Endorsement tatsächlich wert ist, hängt allerdings stark davon ab, ob es um eine Vorwahl oder die eigentliche Wahl im November geht.

In vielen Wahlkreisen ist praktisch vorgegeben, welche Partei den Sitz gewinnen wird. Der eigentliche Wettbewerb findet deshalb in den Vorwahlen statt. Dort kann Trumps Unterstützung Gewicht haben.

Die Zahlen sind beeindruckend: 2026 haben bislang – je nach Zählweise – rund 96 bis 97 Prozent der von Trump unterstützten Kandidaten ihre Vorwahlen gewonnen oder die nächste Runde erreicht. Das überschätzt seinen Einfluss allerdings. Viele Endorsements gehen an Amtsinhaber oder klare Favoriten; mehr als hundert seiner Kandidaten hatten 2026 nicht einmal einen Gegenkandidaten.

Und Trump ist keineswegs unfehlbar. Immer wieder verlieren von ihm unterstützte Kandidaten. Gelegentlich verloren diese Kandidaten aber nicht wegen Trump, sondern trotz Trump. Sie hatten Schwächen, die auch ein Trump-Endorsement nicht kompensieren konnte.

Bei der Endausscheidung im November sieht die Rechnung fundamental anders aus. Was in der Vorwahl hilft, kann in der Hauptwahl zur Belastung werden. Trumps Zustimmung zu seiner Amtsführung liegt derzeit bei unter 40 Prozent, und auch viele unabhängige Wähler beurteilen ihn negativ. In umkämpften Wahlkreisen kann eine zu enge Verbindung zu Trump deshalb Stimmen kosten.

Die Zwischenwahlen 2018 sind dafür ein warnendes Beispiel. Trump engagierte sich intensiv im Wahlkampf und die Republikaner verloren 42 Sitze und ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus.

Wahltaktisch wäre es für Trump deshalb wohl klüger, sich im November zurückzuhalten und vor allem dort aufzutreten, wo er tatsächlich zusätzliche republikanische Wähler mobilisieren kann. Dass er das tun wird, darf bezweifelt werden.

Generell werden Wahlempfehlungen überschätzt. Meine Arbeitshypothese, wenn ich mit Kandidaten arbeite, ist deshalb einfach: Jeder Kandidat muss heutzutage aus eigener Kraft gewinnen können. Ein Endorsement kann helfen. Darauf angewiesen sein oder sich darauf verlassen sollte man aber auf keinen Fall.

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