Der teuerste Wahlkampf der Schweiz

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Dr. Louis Perron
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Ein Journalist der Westschweizer Zeitung Le Temps hat mich neulich betreffend Ständeratswahlen im Kanton Zürich kontaktiert. Ruedi Noser hat ja bekannt gegeben, dass er nicht mehr zur Wiederwahl antreten will und damit ist der Kampf um seine Nachfolge lanciert. Ich teile die Schätzung, dass Kandidatinnen und Kandidaten für den Ständerat im Kanton Zürich zwischen einer halben und bis zu einer Million ausgeben könnten. Die obere Grenze könnte wohl vor allem dann erreicht und übertroffen werden, wenn man alle Ausgaben (Person, Partei, Sektionen, Verbände usw.) zusammen zählt. Damit dürfte das Ringen um den zweiten Zürcher Sitz im Stöckli zum teuersten Wahlkampf der Schweiz werden.

Damit sind wir bei der Frage nach der Bedeutung des Geldes im Wahlkampf angelangt. Sowohl Journalisten wie Politiker möchten hier immer gerne eine klare, pronocierte Antwort. Zum Beispiel, dass man mit einer Million aus einem Sack Kartoffeln einen Bundesrat machen kann. Oder ganz im Gegenteil: die Grünen beweisen, dass man auch mit kleinen Budgets grosse Wahlerfolge feiern kann. Die Wahrheit liegt jedoch dazwischen. Geld ist einer der wichtigen Faktoren im Wahlkampf. Geld hilft, um überhaupt sichtbar zu sein. Vor allem in einem grossen und «media driven» Kanton wie Zürich. Geld ist aber kein Selbstläufer. Es ersetzt die Botschaft nicht und man kann auch keine motivierten Freiwilligen kaufen. Es hilft auch nur bedingt, um sich gegen einen thematischen Makrotrend zu stemmen. Und ein Rennen wie der zweite Ständeratssitz im Kanton Zürich wird zudem auch eine beachtliche Aufmerksamkeit der Medien erhalten.

Der erwähnte Artikel finden Sie hier.

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