Rückblick auf den Wahlkampf in Deutschland

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Dr. Louis Perron
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Letzten Samstag fand wie jedes Jahr mein Tag am CAS Politische Kommunikation an der Fachhochschule in Winterthur statt. Dieses Mal kam natürlich auch der Wahlkampf in Deutschland zur Sprache, der eben zu Ende gegangen ist.

In einem Wahlkampf geht es darum, Unterschiede aufzuzeigen und Trennlinien zur Konkurrenz zu ziehen. Diesbezüglich ist der Erfolg von Olaf Scholz besonders bemerkenswert, denn seine Ausgangslage war schwierig: Als Teil der bisherigen Koalition kann er nur bedingt einen Neuanfang versprechen. Eigentlich führte Scholz den Wahlkampf von einem Bisherigen, ohne wirklich für die bisherige Politik zu stehen. In seinem Wahlkampfspot war sogar die bisherige Kanzlerin Angela Merkel zu sehen! „Viel erreicht, aber mehr zu tun„, lautete in etwa seine Message. Obwohl man in Deutschland Parteien wählt, «framten» SPD und er den Wahlkampf als Referendum über die Kanzlerfrage: Wer kann und soll in Deutschland Kanzler sein?

Warum Armin Laschet de facto mit einem sozialdemokratischen Programm in den Ring stieg, ist mir schleierhaft. Es hat Scholz aber sicher geholfen. Wenn es denn schon kaum politische Unterschiede gibt, fokussieren die Menschen eben auf die Qualitäten der Spitzenkandidaten.

 

Mein Artikel über den Wahlkampf in Deutschland wurde auch von der Helsinki Times übernommen. Sie finden ihn hier.

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