Sommaruga und Trump sprechen am ersten Tag am WEF

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Dr. Louis Perron
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Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und U.S.-Präsident Donald Trump sprechen beide am ersten Tag am WEF. Die Reden könnten unterschiedlicher nicht sein. Sommaruga spricht ein paar wenige Minuten und verbraucht einige davon sogar noch für einen Film. Man hat den Eindruck, dass sie die Aufmerksamkeit möglichst schnell wieder von sich selber weghaben will. Ich erinnere mich an ein Interview, in dem Sommaruga selber gesagt hat, sie sei in der Schule «es schüüchs Meitschi» gewesen. Das merkt man. Vom Inhalt her ist die Rede ein Appel zur Handlung gegen den Klimawandel. Das passt sicher zum Thema, ist aber eigentlich eine Rede einer Aktivistin. Schade, denn immerhin ist sie ja selber eine Spitzenpolitikerin, die viele Ziele der Klimabewegung teilt, aber auch die Zwänge der Realpolitik bestens kennt. Zudem ist sie momentan die Nummer 1 im Gastgeberland und das WEF notabene eine ganz besondere Veranstaltung. Eine persönlichere Note hätte die Rede sicher aufgewertet.

Ganz anders Donald Trump. Er geniesst den grossen Auftritt. Klar, bei einer «Make America Great Again»-Rede vor heimischem Publikum in Ohio beispielsweise wäre er spontaner und noch mehr im Element. Aber trotzdem scheint er sich selber zu gefallen. Er spricht mehr als eine halbe Stunde – vor allem darüber, was er für die U.S.-Wirtschaft für einen super Job gemacht haben soll. Die Leute im Saal sind für Trump eigentlich Statisten. Er spricht zum Fernsehpublikum zu Hause. Denn dort läuft im Senat das Amtsenthebungsverfahren. Etwas Abwechslung aus den Schweizer Bergen ist ihm da willkommen. Er kam nach Davos, weil ihm das Spass macht. Und so war es dann auch.

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