Corona Massnahmengegner bald im Nationalrat?

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Dr. Louis Perron
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Nicolas Rimoldi von Mass-voll will für den Nationalrat kandidieren. So berichtet es der SonntagsBlick. Die Chancen, gewählt zu werden, stehen nicht schlecht. In keinem Kanton ist die Hürde, einen Sitz im Nationalrat zu erobern, tiefer als in Zürich. Erreicht eine Liste 2.8% Wählerstimmen, hat sie einen Sitz.

Zudem erfreut sich Rimoldi einer grossen Medienpräsenz. Nach der Ankündigung durch den SonntagsBlick berichteten TeleZüri, 20 Minuten und Watson über die Kandidatur. Das ist ein Medienecho, von welchem traditionelle Politiker nur träumen können. Und es geht auch gleich so weiter: ein paar Monate vor den Wahlen stimmen wir über die Corona-Massnahmen ab.

Allerdings klingt 2.8% nach weniger als es ist. Das mussten schon andere Bewegungen und Kleinparteien zur Kentniss nehmen. Nur zum Vergleich: die AL und die EDU versuchen seit Jahren vergebens, im Kanton Zürich einen Sitz im Nationalrat zu ergattern.

Zudem spielt die Zeit gegen Rimoldi und Mass-voll. Das Thema Corona wird heute weit weniger emotional diskutiert als vor eineinhalb oder zwei Jahren. Ich denke, die Bewegung müsste sich weiterentwickeln und die Aufarbeitung der Pandemie zum Thema machen: Was lief falsch? Was haben wir gelernt?

Für einen Wahlerfolg werden sicher auch die Absprachen über eine mögliche Listenverbindung entscheidend sein. Die Gruppierung Aufrecht hat bei den kantonalen Wahlen mit einer engagierten Kampagne aus dem Stand 2.2% erreicht und wäre ein natürlicher, möglicher Verbündeter.

Schliesslich stellt sich auch die Frage, was man denn in Bern im Falle einer Wahl bewirken will und kann. Nicht viel als einzelner Nationalrat ohne Fraktion. Wer in Bundesbern etwas erreichen will, braucht Verbündete.

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