Die Stimmbeteiligung ist tief – Gott sei Dank!

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Dr. Louis Perron
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Die Stimmbeteiligung bei den eidgenössischen Wahlen ist gemäss den ersten Indikatoren tief. Wiederum soll nur eine Minderheit wählen gehen. In einer Woche werden wir das Endresultat kennen, aber alles andere würde mich in Anbetracht des flauen Wahlkampfes erstaunen.

Im Gegensatz zu vielen anderen finde ich das auch nicht weiter problematisch. Während der Coronapandemie haben wir gesehen, wie es ist, wenn die weniger politisch Interessierten sich politisch beteiligen. War das wirklich so gut für die Qualität der Demokratie?

Ich kann mich auch noch sehr gut an die Schäfchen-Kampagne bei den Wahlen 2007 erinnern. Die Wahlbeteiligung schoss in der Folge in die Höhe. Realistischerweise nimmt die Stimmbeteiligung nicht dank schöngeistiger politischer Bildung zu, sondern als Resultat emotionaler Kampagnen.

Alle können wählen, ausser im Kanton Schaffhausen muss aber niemand. Die nicht-Wähler sind eine heterogene Gruppe. Es gibt darunter sicher politisch Desillusionierte, es ist aber eine Minderheit. Es gibt solche, die allgemein am sozialen Leben nicht gross teilnehmen (vor allem Menschen im hohen Alter). Und es gibt auch solche, denen es gut geht, die zufrieden sind und die Schweizer Wahlkampf als unwichtigen Pipifax sehen.

Schliesslich darf man auch nicht einfach die Stimmbeteiligung bei Wahlen in der Schweiz mit der Stimmbeteiligung bei Wahlen im Ausland vergleichen. Wir haben die direkte Demokratie. Die eidgenössischen Wahlen sind nur ein politischer Event von vielen (zudem einer mit wenig konreten Konsequenzen). Wenn man hingegen funktional äquivalent vergleicht, steht die Schweiz nicht schlecht da. Mehr als zwei Drittel der Stimmberechtigen haben während der letzten Legislatur mindestens einmal an einem Urnengang teilgenommen.

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