Drei Szenarien, wie eine Politkarriere nach einem Skandal weiter geht

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Dr. Louis Perron
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Vor zwei Wochen habe ich über die Waadtländer Finanzdirektorin Valérie Dittli geschrieben. Nun hat sie ein Gutachten betreffend Steuersitz entlastet. Dittli hat nichts Illegales gemacht. Ist die Affäre damit ausgestanden?

Unabhängig von Dittli gibt es grundsätzlich drei Szenarien, wie eine Politkarriere nach einem (angeblichen) Skandal weitergeht:

Szenario 1: Der Politiker kommt gestärkt aus einer solchen Krise heraus. Dieses Szenario ist eher selten. Spontan kommt mir nur gerade Bill Clinton in den Sinn. Die Zustimmung zu seiner Amtsführung war nie höher, als an demjenigen Tag, als er vom U.S. Repräsentantenhaus des Amtes enthoben wurde.

Szenario 2: Der angegriffene Politiker tritt unter Druck zurück oder wird abgewählt. Wenn man es sich überlegt, ist dieser Ausgang in der Schweiz ziemlich häufig. Carlo Conti, Bruno Zuppiger, Yannick Buttet, Hans Fehr, Geri Müller sind nur ein paar Beispiele.

Szenario 3: Der Politiker überlebt politisch und bleibt im Amt, findet aber nicht zur alten Grösse und Strahlkraft zurück.

Dittli hat die Vorteile, dass sie jung ist und dass die Vorwürfe die Zeit vor der Wahl betreffen. Zudem dauert es bis zur nächsten Wahl noch eine Weile. Bei Annalena Baerbock jedenfalls spricht heute niemand mehr über die Vorwürfe aus dem Wahlkampf.

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