Linkskurs oder neue Mitte als Schlüssel zum Erfolg für die SP?

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Dr. Louis Perron
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Wenn eine Partei Wahlen verliert, beginnt intern oft der Streit um den richtigen Kurs. Besonders gut in dieser Disziplin sind die Sozialdemokraten. Man könnte sagen, die Sozialdemokratie hat eigentlich mit einem Streit über den richtigen Kurs begonnen. Dabei wird Ausscheren gegen links intern toleriert, ein Schwenk gegen die Mitte ist hingegen unter Genossen verdächtig.

Der Clou dabei ist, dass es sich beim Streit um den richtigen Kurs um eine Falle handelt. Eine Volkspartei lebt davon, verschiedene Strömungen einigermassen elegant zu integrieren. Die Leute verstehen, dass es in einer Volkspartei verschiedene Meinungen gibt. Entscheidend ist, wie man diese orchestriert. Die SP Kanton Aargau hat beispielsweise mit Cédric Wermuth und Pascal Bruderer optimal das ganze Spektrum abgedeckt. Dabei darf es aber auch durchaus zu inhaltlichen und konzeptionellen Auseinandersetzungen kommen. So hatte die SP während der 1990er Jahre Erfolg: Parteipräsident Peter Bodenmann stand für eine prononciert linke und ökologische Politik. Doch daneben gab es moderate Figuren wie Elmar Ledergerber oder Ruedi Strahm. Sie wurden inszeniert, spielten in der Partei eine Rolle, fanden medial statt. Wo sind diese Figuren heute? Ich habe manchmal den Eindruck, sie werden im besten Fall toleriert, dort wo man sie braucht: bei Wahlen, wo nach dem Majorzsystem gewählt wird.

Oder anders gesagt: Warum gibt es die GLP? Weil die FDP zu wenig grün und die SP zu wenig liberal ist.

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