Meine Takeaways der Zürcher Wahlen

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Dr. Louis Perron
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Die Zürcher Wahlen waren Wahlen, wie es in der Schweiz früher üblich war. Fast alle Parteien bleiben mehr oder weniger stabil.

Die meisten Parteien haben Wahlkampf gemacht, wie sie das immer machen. Sie präsentieren Köpfe mit inhaltsleeren Sprüchen. Der Wähler erkennt Propaganda und Photoshop von weitem. Wenn ich solches Kampagnenmaterial in Fokusgruppen teste, machen sich die Probanden darüber lustig.

Die SVP gewinnt auf tiefem Niveau dazu. Die grösste Veränderung gibt es bei den Grünen (-1.5%). Die Ausgangslage war für sie schwierig. Der Winter hat einmal mehr gezeigt: Umweltschutz dank persönlichem Verzicht ist nur bedingt populär. Mehr bezahlen, um weniger zu heizen: da hört der Kampf gegen den Klimawandel bei einigen auf.

Auch bei den Grünliberalen wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Immerhin können sie halten, was sie vor vier Jahren gewonnen haben. Das war 2015 nach der ersten Erfolgswelle nicht der Fall.

Alle sieben Bisherigen Regierungsräte werden wiedergewählt. Auf den letzten drei Plätzen liegen Jacqueline Fehr, Silvia Steiner und Carmen Walker Späh eng beieinander und deutlich hinter den ersten vier zurück. Das illustriert, dass sie grundsätzlich verletzbar waren. Ein Blick nach Basel-Landschaft zeigt, dass vor allem die Herausforderer Interesse an einem engagierten Wahlkampf hätten.

Der drohende Machtverlust wirkt zuweilen mobilisierend. Silvia Steiner sollte nicht vergessen, sich bei den Umfrageinstituten und Medien zu bedanken.

Bemerkenswert ist das Spitzenergebnis von Mario Fehr. Die SP muss sich fragen, ob es sich gelohnt hat, der Linientreue zuliebe und wegen persönlichen Befindlichkeiten den Spitzenreiter aus den eigenen Reihen zu vertreiben.

Auf Grund der Grösse und des Timings sind die Zürcher Wahlen immer ein interessanter Test im Hinblick auf die nationalen Wahlen. Das würde heissen, dass Stand der Dinge heute keine grossen Veränderungen zu erwarten wären, ausser man führt diese aktiv herbei.

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