Parteienlandschaft: SP und Grüne vs. FDP und SVP

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Dr. Louis Perron
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SP und Grüne seien fast deckungsgleich. Sie stimmen im Parlament oft gleich. Das wurde letzte Woche wieder auf den sozialen Medien diskutiert.

Der Grund dafür ist einfach: SP und Grüne haben ähnliche politische Werte. Sie haben zuweilen andere Prioritäten, ihre politischen Ziele sind aber weitgehend identisch. Deshalb funktionieren auch Wahlbündnisse zwischen SP und Grünen relativ gut.

Die Kehrseite davon ist, dass Grüne und SP bei Parlamentswahlen hingegen oft ein Nullsummenspiel spielen. Gewinnt die ein, verliert die andere. So hat die SP vor vier Jahren mit ihrer Schlussmobilisation zu einem guten Teil für die Grünen mobilisiert.

Auf der bürgerlichen Seite sieht es anders aus. FDP und SVP sind sich in einem ganz zentralen Politikfeld, Europa, uneinig. Die SVP so wie es sie heute gibt, hat ihren Ursprung in der EWR-Abstimmung. Danach gelang auch endlich die Gründung von SVP-Sektionen in St. Gallen sowie der Inner- und Westschweiz, wo dies vorher immer gescheitert war. Die SVP hat sich während Jahrzehnten auch aktiv von der FDP abgegrenzt.

Deshalb sind Wahlbündnisse auf bürgerlicher Seite gelegentlich ein Murcks, in der Westschweiz oft dysfunktional. Keine Partei konnte so gut mobilisieren wie die SVP. Das zahlt sich bei Parlamentswahlen aus. Der Preis dafür ist aber, dass SVPler Mühe haben, über die Parteigrenzen hinweg Stimmen zu holen – inklusive im bürgerlichen Lager.

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