Die strategischen Grundprämissen einer Wahl- oder Abstimmungskampagne haben sich wegen Corona nicht verändert, wohl aber die taktische Ebene der Instrumente: Grössere Anlässe werden vorerst nicht oder in veränderter Form stattfinden. Auch bei Informationsständen und Hausbesuchen werden wohl viele Bürgerinnen und Bürger zurückhaltend sein. Dem sollte bei der Planung von Kampagnen Rechnung getragen werden. Glücklich können sich also diejenigen Parteien schätzen, die bereits vor der Coronakrise damit begonnen haben, Telefonaktionen zu starten. Auch WhatsApp-Gruppen sind empfehlenswert oder die neuen Möglichkeiten, Konferenztelefonate mit hunderten oder gar tausenden von Teilnehmenden durchzuführen. Für die Parteien in den USA wird es eine Herausforderung werden, einen Parteikongress im online-streaming durchzuführen. Aber es ist durchaus möglich und mit etwas Kreativität sehe ich darin gar Chancen, das alte Format zu erneuern. Betreffend sozialer Medien sollten Kampagnenteams jetzt den Fokus darauf legen, endlich auch ältere Wählende einzubinden und zu organisieren. Das Medium Radio spielte in der Schweiz bisher bei der Planung der wenigsten Kampagnen eine grosse Rolle, doch dies sollte sich meiner Meinung nach spätestens jetzt ändern. Gemäss meiner Erfahrung sind Radiostationen auch durchaus offen für politische Inhalte.
Wahl- und Abstimmungskampf zu Zeiten von Corona

Dr. Louis Perron

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