Warum haben die Demokraten keinen besseren Kandidaten?

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Dr. Louis Perron
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Niemand scheint wirklich begeistert zu sein von Joe Biden. Wenn man die Körpersprache beobachtet, hat man den Eindruck, sogar Barack Obama sei nicht hingerissen davon, dass sein ehemaliger Vizepräsident in seine Fussstapfen treten will. Warum die Demokraten keinen besseren Kandidaten hätten, werde ich oft gefragt. Sie hätten es verpasst, jemanden aufzubauen.

Im amerikanischen System ist es nicht so, dass die Partei einen Präsidentschaftskandidaten aufbauen würde, sollte oder dürfte. Kandidatinnen und Kandidaten bauen sich selbst auf. Und da sind der Bekanntheitsgrad und das Fundraising-Netzwerk entscheidende Faktoren. Innerhalb der Demokratischen Partei gibt es verschiedene Strömungen und Joe Biden hat mit seiner Kandidatur während den Vorwahlen das Geld und die Aufmerksamkeit der Moderaten absorbiert. Andere Kandidaten vom gemässigten Flügel haben erst gar nicht kandidiert oder ihre Kandidaturen sind nie in Schwung gekommen.

Joe Biden hat zugegebenermassen also keine enthusiastische Fangemeinde wie Donald Trump. Das stimmt. Die andere Seite der Medaille ist jedoch, dass Joe Biden dafür grundsätzlich sehr breit wählbar ist. In den Umfragen bewerten 51% Joe Biden als eher positiv, 44% als eher negativ. Das ist eine beachtliche Leistung nach einem monatelangen Wahlkampf. So hat Biden die breiteste Koalition eines Präsidentschaftskandidaten in jüngster Zeit gezimmert. Sie reicht vom linken Flügel der Demokraten (Bernie Sanders, Alexandria Ocasio-Cortez) bis hin zu Republikanern wie John Kasich und Jeff Flake. Die Wahl vom 3. November wird also auch ein Kräftemessen zwischen einer überaus eingefleischten, aber beschränkten Fangemeinde und einem breiten Zweckbündnis.

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