Was kommt nach dem Krisenmanagement?

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Dr. Louis Perron
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Ich habe in letzter Zeit ein paar Mal darüber geschrieben: Ein Präsident oder eine Premierministerin, die während der Coronakrise eine gute Arbeit gemacht hat, konnte mit rund 10% höheren Umfragewerten rechnen. So hatten Angela Merkel, Sebastian Kurz, Giuseppe Conte, Justin Trudeau und Emmanuel Macron alle ihre Zustimmungsraten verbessert. Was kommt aber nach dem Krisenmanagement?

Zuerst einmal sollte man sicher nicht die zweite Welle verschlafen. Das ist momentan notabene in der Schweiz das Thema. Aber selbst wenn man das im Griff hätte, dürfen sich erfolgreiche Krisenmanager nicht auf den Lorbeeren beziehungsweise den hohen Umfragewerten ausruhen. Denn je mehr Zeit nach Beginn einer Krise vergeht, desto mehr haben die Wählerinnen und Wähler andere Sorgen und wollen ein neues Kapitel beginnen.

Beispiele aus der Vergangenheit gibt es mehrere: Legendär ist die Nichtwiederwahl von Premierminister Winston Churchill kurz nach dem Ende des zweiten Weltkrieges. Churchill genoss zwar hohen Respekt, das Wahlvolk wollte aber mit den nach dem Krieg anstehenden innen- und wirtschaftspolitischen Aufgaben jemand anderen beauftragen. Auch George Herbert W. Bush genoss nach dem ersten Irakkrieg spektakulär hohe Zustimmungsraten, um dann 1992 gegen einen damals unbekannten Gouverneur aus Arkansas namens Bill Clinton die Wiederwahl zu verlieren. Egal wie populär ein Präsident oder eine Ministerpräsidentin im Moment der Krise ist, er oder sie muss sich rasch neu erfinden, denn Wählerinnen und Wähler vergessen schnell.

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