Wie baut man über Nacht Themenkompetenz auf?

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Dr. Louis Perron
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Letzte Woche bin ich auf eine interessante, neue Umfrage zu den U.S.-Wahlen gestossen. Durchgeführt wurde sie von der Quinnipiac University. Eine der Fragen war, welcher der beiden (mutmasslichen) Präsidentschaftskandidaten in der Gesundheitspolitik einen besseren Job machen würde. 53% sagten Joe Biden, 40% Donald Trump. Ganz ähnlich waren die Resultate auch betreffend der Frage, wer in der Corona-Krise einen besseren Job machen würde: 55% sagten Biden, 39% Donald Trump.

Der interessante Punkt daran ist, dass Joe Biden gar nicht gross über diese Themen gesprochen hat. Er kam medial in letzter Zeit sowieso praktisch kaum vor – und noch weniger in einem positiven Zusammenhang. Biden ist momentan in seinem Haus «eingesperrt» wie alle anderen auch. Wie ist dieses Resultat also möglich, braucht es normalerweise doch Jahre, um bei einem Thema Kompetenz aufzubauen?

Die Wählerinnen und Wähler sehen momentan das Krisenmanagement von Donald Trump und vor allem in einem Zweiparteiensystem ist eben alles relativ – direkt im Vergleich zur Konkurrenz. Die guten Werte für Biden sind also vor allem als Urteil über die Perfomance von Donald Trump zu verstehen. Deshalb meine Prognose für die Kampagne der nächsten Monate: Wenn die mediale Aufmerksamkeit während der nächsten Monate auf Trump liegen wird, gewinnt Biden die Wahl. Wenn die Aufmerksamkeit hingegen auf Biden liegen wird, gewinnt Trump. So war die Dynamik des Rennens vor vier Jahren. So wird es auch diesen Herbst wieder sein.

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