50% der Ressourcen in die Jugendarbeit!?

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Dr. Louis Perron
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Kirchen sind in den USA ein wichtiger Machtfaktor in der Politik. Als ich in den USA studierte und arbeitete, besuchte ich deshalb also auch einmal eine Freikirche. Als es zum Spendenaufruf kam, meinte der Prediger, sie würden 50% aller Spenden in die Jugendgruppe investieren. Der Grund dafür sei ganz einfach: Wer bis zu einem Alter von sagen wir mal 20 nicht religiös sei, würde es höchst wahrscheinlich auch nie werden. Als ob es gestern gewesen wäre, kann ich mich noch genau an die Worte des Predigers erinnern: «Vielleicht gefallen euch die Kleidung oder die Frisuren der Jugendlichen nicht, aber sie sind hier, und sie sprechen über Religion. Das ist das Wichtigste. Vielleicht findet ihr das unfair, dass wir so viel Geld in die Jugendarbeit investieren, aber ihr habt eure Gelegenheit gehabt, 20 zu sein.»

Nun, was für Religion stimmt, trifft auch auf zahlreiche andere Bereiche zu. Lassen wir den Hauseigentümerverband mal bei Seite. Für dieses Anliegen interessiert man sich wohl im Gegenteil realistischerweise tatsächlich meistens erst im fortgeschrittenen Alter. Aber wie steht es mit Politik allgemein, Umweltschutz oder Menschenrechte? Wie würde zum Beispiel die Juso aussehen, wenn sie nicht nur einen Büroplatz im Generalsekretariat, sondern die Hälfte aller Spenden der SP kriegen würde? Wie würden Greenpeace und Amnesty International aussehen, wenn sie die Hälfte aller Spenden in ihre Jugendgruppen investierten? Die Unia? Zukünftiges Wachstumspotential ist auch in der Wirtschaft der zentrale Fokus. In der Politik wird es sträflich vernachlässigt.

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