Nicht die Rede, die ich für Trump geschrieben hätte

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Dr. Louis Perron
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Donald Trump hat gestern Nacht am Parteitag der Republikaner offiziell die Kandidatur für die Präsidentschaft angenommen. In seiner Rede hat er lange gesprochen und wenig gesagt. Die Rede war nicht schlecht, es war aber auch nicht die Rede, die ich für ihn geschrieben hätte. Strategisch gesehen musste Trump drei Punkte erfüllen: Erstens die Basis mobilisieren und davon überzeugen, dass ein Sieg im November möglich ist. Diesen Punkt hat er sicher erfüllt. Nach wie vor stimmen gemäss Umfragen um die 90% der Republikaner für Trump (schwer zu glauben, ich weiss). Zweitens musste er endlich Joe Biden definieren. Dabei eignet sich Biden weniger gut als Zielscheibe für eine Negativkampagne als Hillary Clinton. Trump hat Biden diesbezüglich vor allem betreffend China-Politik angegriffen. Schliesslich hätte Trump auch auf unentschlossene Mittewählerinnen und Wähler zugehen sollen. Das hat er meiner Meinung nach nur sehr halbherzig versucht. Auch wurde klar, dass eine zweite Amtszeit inhaltlich grundsätzlich eine Neuauflage der ersten bedeuten würde. Neue Impulse fehlten weitgehend. Die Darbietung im Weissen Haus muss für den amerikanischen Wähler wohl auch etwas surreal gewirkt haben: Anlässe mit mehr als tausend Teilnehmern sind momentan selten. Über den Coronavirus wurde praktisch in der Vergangenheitsform gesprochen, dafür eine Impfung bis zum Jahresende versprochen. Mein Interview zum Thema auf Telebasel finden Sie hier.

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