Rücktritt von Ueli Maurer

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Dr. Louis Perron
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Über den Rücktritt von Ueli Maurer wurde schon oft spekuliert. Deswegen kam seine Ankündigung nicht aus heiterem Himmel. Der genaue Zeitpunkt ist aber dennoch überraschend und für mich auch schwer nachvollziehbar. Bis zum Ende der Legislatur dauert es nur noch ein Jahr. Wer 14 Jahre lang nicht «der normale Ueli» war, hätte jetzt eigentlich auch noch ein Jahr warten können. Zumal die beiden SVP-Sitze im Bundesrat ja nicht gefährdet sind.

Betreffend seiner Bilanz würde ich gerne zwischen der Zeit als Verteidigungsminister und derjenigen als Finanzminister unterscheiden. Er wollte die beste Armee der Welt und lief dann bald auf. Spätestens aber während der COVID-Krise wurde er für seine Leistungen weitherum gelobt. Ganz grundsätzlich ist ihm der Übergang vom SVP-Parteipräsident zum Bundesrat eigentlich auch ganz gut gelungen. Es muss auch eine späte Genugtuung gewesen sein. Es ist nicht vergessen, wie Maurer bei Giaccobo/Müller jahrelang an die Kasse kam.

Ein Blick auf das mögliche Kandidatenkarussel zeigt, wie dünn die Personaldecke der SVP ist. Der Nachfolger braucht zuerst einmal die absolute Mehrheit der Stimmen in der vereinigten Bundesversammlung. Das kann ich mir einigen der Namen, die spontan genannt werden, nur sehr schwer vorstellen.

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