Andrew Cuomo, Gouverneur von New York, war vor weniger als einem Jahr ein gefeierter Krisenmanager. Für seine Pressekonferenzen erhielt er gar den Emmy. Er bot optimalen Kontrast zu Donald Trump, der die Pandemie kleinredete. Er wurde gar als mögliche Alternative zu Joe Biden ins Spiel gebracht. Doch jetzt ist Cuomo selbst in den eigenen Reihen umstritten. Er soll die Todeszahlen in den Altersheimen geschönt haben. Er ist konfrontiert mit einer Krise mit mehreren Krisenherden: Justiz, Medien, eigene Partei.
Wie geht es nun weiter? Ganz grundsätzlich gibt es in solchen Fällen drei Varianten. 1) Es gibt Politiker, die gestärkt aus einer Krise herauskommen. Diese Variante ist eher selten, aber spontan denke ich zum Beispiel an Bill Clinton. Die Zustimmungsrate zu seiner Amtsführung war nie höher als an demjenigen Tag, an dem das Repräsentantenhaus dem Impeachment zugestimmt hatte. 2) Politiker überleben politisch, finden aber nicht zum alten Glanz von vor der Krise zurück. 3) Die Krise kostet sie das Amt.
Mein Gefühl sagt mir, dass Cuomo’s Entschuldigung, die ja keine war, etwas spät und eben halbherzig war. Von daher denke ich, die Krise ist für ihn noch nicht ausgestanden. Ich bespreche den Fall auch ausführlich in der SRF-Podcast news plus.

