Wenn heute Wahlen wären

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Dr. Louis Perron
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Einige Journalisten haben mich in letzter Zeit gefragt, was wäre, wenn die eidgenössischen Wahlen jetzt stattfinden würden?

Nun, am Anfang dieses Jahres fanden in den Kantonen St. Gallen und Thurgau kantonale Wahlen statt. Die beiden Ostschweizer Kantone wählen traditionellerweise immer als erste gleich nach den eidgenössischen Wahlen und in vergangenen Wahlzyklen setzte sich der nationale Trend dort häufig fort. Das war betreffend der grünen Welle auch dieses Jahr der Fall. Und auch bei den Lokalwahlen in den Städten Genf und Luzern triumphierten die Grünen.

Doch seither ist viel passiert. Die Klimapolitik ist praktisch aus den Medien verschwunden. Die Coronakrise mit ihrer gesundheits- und wirtschaftspolitischer Dimension dominiert die Agenda. Ich könnte mir vorstellen, dass in der Tendenz SP und FDP davon profitieren könnten. Nach wie vor in der Defensive sehe ich die SVP. Das Geschäftsmodell, Lärm zu machen, damit Lärm gemacht ist, hatte sich schon vor der Coronakrise abgenutzt.

Was heisst das für die Wahlen in den Kantonen Basel-Stadt und Aargau, welche diesen Herbst stattfinden? Nicht viel, denn wer weiss schon, was dann die Medien beschäftigen wird. Bis im Herbst haben wir vielleicht einen Hitzesommer, eine Konkurswelle, eine Flüchtlingskrise und einen zweiten Lockdown hinter uns. Man kann heute unmöglich mehr Monate im Voraus eine Kampagne planen und abspulen, als gäbe es keinen Kontext und keine Konkurrenz. Kampagnenmacher müssen in Szenarien denken, flexibel bleiben, eigene Kommunikationskanäle und Strukturen aufbauen und gleichzeitig versuchen, jeden Tag und jede Woche medial zu gewinnen.

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